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Afghanfuchs
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Der Afghanfuchs (Vulpes cana) oder Königfuchs (Persisch: ێۧÙâ۱ÙŰšŰ§Ù DMG Ć ÄhrĆ«bÄh) ist eine Raubtierart der Echten FĂŒchse (Vulpini) innerhalb der Hunde (Canidae). Er ist in Zentralasien und Teilen der Arabischen Halbinsel beheimatet und zĂ€hlt neben dem Fennek zu den kleinsten Vertretern dieser Gruppe. Er lebt in trockenen Gebirgsregionen bis in 2000 Meter Höhe sowie in WĂŒsten- und Steppengebieten. Der Fuchs ernĂ€hrt sich vor allem von Insekten und nutzt darĂŒber hinaus zu einem groĂen Anteil FrĂŒchte und andere pflanzliche Nahrungsquellen.
Gesicherte Angaben zur BestandsgröĂe oder zur Bestandsentwicklung gibt es nicht. Der Afghanfuchs wird jedoch aufgrund des groĂen Verbreitungsgebietes und der derzeit fehlenden ernsthaften GefĂ€hrdungen von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als ânicht gefĂ€hrdetâ (least concern) eingestuft.
Contents
âą Merkmale
âą Lebensweise
⹠ErnÀhrung
âą Belege
âą Literatur
âą Weblinks
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Merkmale
Allgemeine Merkmale
AfghanfĂŒchse erreichen nach Geffen et al. 1994 in iranisch-afghanischen Regionen sowie in Oman eine Kopf-Rumpf-LĂ€nge von 40 bis 50 Zentimetern,cite-ref-geffen-1994-1-0[1] Sillero-Zubiri 2009 gibt eine Kopf-Rumpf-LĂ€nge fĂŒr den Fuchs von 38,5 bis 80 Zentimeter bei den MĂ€nnchen und 38,5 bis 76,5 Zentimeter bei den Weibchen an.cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-0[2] Nach Geffen et al. 2004 sind die FĂŒchse in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer durchschnittlichen Kopf-Rumpf-LĂ€nge von 74,4 Zentimetern bei den MĂ€nnchen und 71,1 Zentimetern bei den Weibchen deutlich gröĂer als die Individuen in Israel.cite-ref-geffen-et-al-2004-3-0[3] Die LĂ€nge des Schwanzes betrĂ€gt nach Sillero-Zubiri 2009 bei den MĂ€nnchen 26 bis 35,5 Zentimeter und bei den Weibchen 29 bis 35 Zentimeter,cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-1[2] nach Geffen 1994 33 bis 41 Zentimeter.cite-ref-geffen-1994-1-1[1] Die Tiere wiegen etwa ein Kilogramm, wobei eine Spanne von rund 0,8 bis 1,5 Kilogramm besteht.cite-ref-geffen-et-al-2004-3-1[3] Ein Sexualdimorphismus ist bei dieser Art nicht stark ausgeprĂ€gt, die MĂ€nnchen sind in der Regel nur etwa 3 bis 6 % gröĂer.cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-2[2]
AfghanfĂŒchse haben ein weiches, an der Oberseite graubraun gefĂ€rbtes Fell mit einer schwarzen RĂŒckenlinie, die von den Schultern bis ĂŒber den Schwanz reicht, die Bauchseite ist weiĂ bis gelblich-weiĂ. Das Winterfell ist sehr weich und dicht mit einer dunklen Unterwolle und weist im Gegensatz zum Sommerfell eine weiĂe Sprenkelung auf;cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-3[2] es dient gemeinsam mit einer etwas dickeren Fettschicht zur WĂ€rmeisolation im kalten und trockenen Winter.cite-ref-geffen-1994-1-2[1] Der Schwanz ist nahezu gleich lang wie der Körper und sehr buschig. Er gleicht in seiner FĂ€rbung dem RĂŒckenfell und besitzt nahe der Basis einen schwarzen Fleck, der die VioldrĂŒse markiert, sowie in der Regel eine schwarze â seltener eine weiĂe â Spitze.cite-ref-geffen-1994-1-3[1] Die FĂŒĂe sind vorderseitig blass gelblich-weiĂ und rĂŒckseitig dunkelgrau; die schwarzen FuĂballen sind im Gegensatz zu denen anderer FĂŒchse der Region unbehaart, und die Krallen sind katzenartig gekrĂŒmmt.cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-4[2]
Das Gesicht des Fuchses ist sehr schmal mit einer spitz zulaufenden Schnauze. Es ist graubraun-orange und besitzt eine charakteristische schwarze Zeichnung von den vorderen Augenwinkeln bis zur Oberlippe. Die Iris ist sehr dunkel und setzt sich nur leicht von der Pupille ab. Die Ohren sind mit 6,5 bis 7,0 Zentimetern LĂ€nge etwas kĂŒrzer als die des Fennek, sie sind jedoch wie beim Fennek im VerhĂ€ltnis zur Kopfform sehr prominent.cite-ref-geffen-1994-1-4[1] Die Ohren sind blassbraun mit langen weiĂen Haaren am Rand.cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-5[2]
In GröĂe und Aussehen Ă€hnelt der Afghanfuchs somit vor allem dem nahe verwandten Fennek (Vulpes zerda). Von den anderen FĂŒchsen der arabischen WĂŒstenregionen unterscheidet sich der Afghanfuchs vor allem durch seinen langen und buschigen Schwanz, der im VerhĂ€ltnis zur GesamtlĂ€nge bei dieser Art deutlich lĂ€nger ist als beim RĂŒppellfuchs (Vulpes rueppelli; um 6,8 % lĂ€nger), beim Rotfuchs (Vulpes vulpes; um 9,8 % lĂ€nger) und vor allem beim Fennek (um 22,5 % lĂ€nger).cite-ref-geffen-1994-1-5[1] Die LĂ€nge der Hinterbeine ist dagegen verglichen mit denen der anderen Arten in Relation zur KörperlĂ€nge kĂŒrzer, und die relative OhrlĂ€nge liegt zwischen der des Rotfuchses und der OhrlĂ€nge der anderen Arten.cite-ref-geffen-1994-1-6[1]
SchÀdel- und Skelettmerkmale
Der SchĂ€del hat eine BasallĂ€nge von etwa 94 Millimetern sowie eine maximale Breite im Bereich der Jochbögen von etwa 49 Millimetern. Im Bereich des HirnschĂ€dels ist er etwa 35 Millimeter breit.cite-ref-geffen-1994-1-7[1] Der SchĂ€del ist damit etwas gröĂer als der des Fenneks und kleiner als der des RĂŒppellfuchses, im Vergleich zu beiden ist die Schnauze jedoch deutlich schmaler, mit langen und schmalen Nasenbeinen.cite-ref-geffen-et-al-2004-3-2[3] Auch der HirnschĂ€del ist vergleichsweise schmal und besitzt nur einen wenig ausgeprĂ€gten Kamm.cite-ref-geffen-et-al-2004-3-3[3] Die Paukenblase ist ebenfalls etwas kleiner als die des RĂŒppellfuchses.cite-ref-geffen-1994-1-8[1]
Die Zahnreihe im Oberkiefer ist etwa 41 Millimeter und im Unterkiefer etwa 45 Millimeter lang. Der Fuchs besitzt pro OberkieferhÀlfte drei SchneidezÀhne (Incisivi), einen Eckzahn (Caninus), vier VorbackenzÀhne (Praemolares) sowie zwei BackenzÀhne (Molares) und pro UnterkieferhÀlfte drei SchneidezÀhne, einen Eckzahn, vier VorbackenzÀhne und drei BackenzÀhne. Insgesamt besitzen die Tiere somit 42 ZÀhne.cite-ref-geffen-1994-1-9[1]cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-6[2]
Der Penisknochen (Baculum) des Afghanfuchses entspricht mit einer LĂ€nge von etwa 41,5 Millimeter dem des RĂŒppellfuchses, ist jedoch etwas breiter und weist eine vergröĂerte Spitze auf.cite-ref-geffen-1994-1-10[1]
Verbreitung und Lebensraum
Bis in die 1980er Jahre glaubte man, dass der Afghanfuchs nur in Zentralasien vorkommt, wo er in Afghanistan, Nordostiran, Turkmenistan und Belutschistan verbreitet ist. 1981 wurde die Art in Israel entdeckt, wo sie in den sĂŒdlichen Landesteilen relativ hĂ€ufig ist. Auch auf der Sinai-Halbinsel in Ăgypten, Oman, Saudi-Arabien, Jordanien, dem Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden weitere Vorkommen entdeckt, sodass sich sein Verbreitungsgebiet â wenn auch zerstĂŒckelt â auch ĂŒber groĂe Teile der Arabischen Halbinsel erstreckt.cite-ref-iucn-4-0[4] Im Irak wurde der Afghanfuchs erst im Oktober 2020 mit Hilfe einer Kamerafalle nachgewiesen.cite-ref-ahmed-al-sheikhly-5-0[5]
Sein Lebensraum sind trockene, zerklĂŒftete Gebirgsregionen bis in 2000 Meter Höhe, manchmal ist er auch in WĂŒsten und Steppen zu finden. Im Nahen Osten sind die FĂŒchse auf bergige WĂŒstenbereiche beschrĂ€nkt und bewohnen steile, felsige HĂ€nge, Schluchten und Klippen.cite-ref-iucn-4-1[4] In Israel nutzen die FĂŒchse vor allem ausgetrocknete Bach- und FlusslĂ€ufe als Lebensraum.cite-ref-iucn-4-2[4]
Lebensweise
Die Kenntnisse ĂŒber die Lebensweise des Afghanfuchses sind sehr beschrĂ€nkt und stammen vor allem aus Forschungsprojekten in Israel. Ăber Unterschiede und Eigenheiten der Tiere in den zentralasiatischen Verbreitungsgebieten liegen dagegen kaum Daten vor.cite-ref-iucn-4-3[4]
AfghanfĂŒchse bewohnen ein Revier von durchschnittlich 1,6 Quadratkilometern GröĂe, das von einem monogamen Paar bewohnt wird und sich nur an den RĂ€ndern mit Territorien anderer Tiere ĂŒberlappt. In etwa drei von fĂŒnf Revieren lebt ein zweites Weibchen aus dem Wurf des Vorjahrs und wird von den Revierinhabern geduldet. Die Tiere sind strikt nachtaktiv und weichen damit den tagsĂŒber jagenden Greifvögeln aus, tagsĂŒber schlafen sie in Höhlen oder Felsspalten. Die AktivitĂ€t beginnt in der Regel direkt nach dem Sonnenuntergang und dauert etwa 8 bis 9 Stunden; in dieser Zeitspanne legen sie zur Nahrungssuche sieben bis elf Kilometer in einem Bereich von durchschnittlich 1,1 Quadratkilometern GröĂe zurĂŒck. Die FĂŒchse sind dabei in der Regel allein und nur selten in Paaren unterwegs.cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-7[2]cite-ref-geffen-et-al-2004-3-4[3] Ein signifikanter Unterschied im Verhalten von MĂ€nnchen und Weibchen oder saisonale Unterschiede konnten bislang nicht beobachtet werden.cite-ref-geffen-1994-1-11[1] Anders als die meisten anderen FĂŒchse können AfghanfĂŒchse in felsigen Gegenden klettern und ĂŒberwinden auch gröĂere AbstĂ€nde durch weite und bis ĂŒber drei Meter hohe SprĂŒnge. Den vergleichsweise langen Schwanz nutzen die Tiere dabei wahrscheinlich zur Balance, und die nackten FuĂballen sowie die katzenartig gekrĂŒmmten Krallen geben ihnen Halt auf der FelsoberflĂ€che.cite-ref-geffen-1994-1-12[1]cite-ref-geffen-et-al-2004-3-5[3]
Die Baue der FĂŒchse bestehen in der Regel aus natĂŒrlichen Höhlen und Steinhaufen in felsigen BerghĂ€ngen, die Tiere graben keine eigenen Baue. Sie werden vor allem im FrĂŒhjahr zur Aufzucht der Jungtiere genutzt, im restlichen Jahr dienen sie tagsĂŒber als Versteck und Ruheplatz. WĂ€hrend die Paare im Winter und FrĂŒhjahr ihre Baue hĂ€ufig gemeinsam nutzen, können sie im Sommer und Herbst unabhĂ€ngig voneinander mehrere UnterschlĂŒpfe nutzen und wechseln diese auch hĂ€ufiger.cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-8[2]
ErnÀhrung
AfghanfĂŒchse sind in stĂ€rkerem AusmaĂ Pflanzenfresser als die meisten anderen FĂŒchse. Zu ihrer Nahrung zĂ€hlen vorwiegend Insekten wie KĂ€fer, Heuschrecken, Ameisen und Termiten sowie verschiedene FrĂŒchte und andere Pflanzenteile. Zu letzteren gehören vor allem Kapern des Echten Kapernstrauchs (Capparis spinosa) und Capparis cartilaginea, FrĂŒchte wie Weintrauben, Datteln der Echten Dattelpalme (Phoenix dactylifera) und Melonen sowie Pflanzenmaterial von Ochradenus baccatus, Fagonia mollis und verschiedener SĂŒĂgrĂ€ser. Nur selten verzehren sie auch kleine Wirbeltiere; entsprechende Ăberreste konnten bei Kotuntersuchungen nur in etwa 10 % aller Proben nachgewiesen werden.cite-ref-geffen-1994-1-13[1]cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-9[2]
Die Nahrungssuche erfolgt in der Regel einzeln, seltener als Paar. Bei Beobachtungen waren die Tiere in 92 % aller FĂ€lle allein auf Nahrungssuche. Beutejagd und Nahrungssuche bestehen vor allem darin, dass die FĂŒchse ihre Beute zumeist zwischen und unter Steinen suchen und gelegentlich auch graben. Bei schnelleren oder fliegenden Beutetieren kommt es zu kurzen SprĂŒngen oder Sprints. AfghanfĂŒchse beziehen ihren FlĂŒssigkeitsbedarf aus der Nahrung und mĂŒssen kein Wasser trinken,cite-ref-sillero-zubiri-2009-2-10[2] daher ist ihr Lebensraum nicht abhĂ€ngig von oberflĂ€chlich zugĂ€nglichen Wasservorkommen.cite-ref-geffen-1994-1-14[1]cite-ref-geffen-et-al-2004-3-6[3]
Fortpflanzung und Entwicklung
AfghanfĂŒchse leben in monogamen Paaren zusammen. Die Weibchen sind nur einmal im Jahr fruchtbar, in Israel im Januar bis Februar. Die Paarungen erfolgen entsprechend in der Zeit von Dezember bis Februar. Nach einer Tragzeit von 50 bis 60 Tagen bringt das Weibchen ein bis drei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere besitzen ein weiches, schwarzes Fell und haben ein Geburtsgewicht von etwa 30 Gramm. Die Weibchen besitzen wĂ€hrend der Jungenaufzucht zwei bis sechs laktierende Zitzen und stillen die Jungtiere ĂŒber 30 bis 45 Tage, bevor sie entwöhnt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt erhalten sie keine zusĂ€tzliche Nahrung und sind allein von der Muttermilch abhĂ€ngig. Nach etwa zwei Monaten gehen die Jungtiere gemeinsam mit einem Elterntier auf die Nahrungssuche, einen Monat spĂ€ter erfolgt dies allein. Nach etwa drei bis vier Monaten erreichen sie ihr Maximalgewicht als Subadulte von 700 bis 900 Gramm; erst mit der Geschlechtsreife nach 8 bis 12 Monaten nehmen sie weiter zu. Im Herbst ihres ersten Lebensjahres verlassen die meisten JungfĂŒchse die Eltern.cite-ref-geffen-1994-1-15[1]
Die durchschnittliche Lebenserwartung der AfghanfĂŒchse liegt bei vier bis fĂŒnf Jahren, wobei einzelne Tiere in Gefangenschaft bis sechs Jahre alt wurden.cite-ref-geffen-1994-1-16[1]
Fressfeinde und Parasiten
Die Hauptursachen fĂŒr den Tod von AfghanfĂŒchsen stellten einer Studie aus Israel zufolge vor allem das Alter und die Tollwut dar. Tötungen durch andere Tiere sind dagegen laut dieser Studie auf einen Fall beschrĂ€nkt, bei dem ein Afghanfuchs von einem Rotfuchs getötet wurde. Zu den potenziellen Fressfeinden gehören neben dem Rotfuchs gleichwohl der Leopard (Panthera pardus), der Uhu (Bubo bubo) sowie Greifvögel wie der Steinadler (Aquila chrysaetos) und der Habichtsadler (Hieraaetus fasciatus).cite-ref-geffen-1994-1-17[1]
Ăber Parasitenbefall abseits von Tollwutinfektionen liegen beim Afghanfuchs nur wenige Daten vor. Vor allem FĂŒchse in schlechter Verfassung sind hĂ€ufig von vielen Zecken befallen.cite-ref-geffen-et-al-2004-3-7[3]
Evolution und Systematik
FĂŒr den Afghanfuchs gibt es keinen nennenswerten Fossilbefund, entsprechend können keine auf Fossilfunde basierende Aussagen zur Artentwicklung oder zu den ursprĂŒnglichen Verbreitungsgebieten getroffen werden. Nach genetischen Analysen trennten sich die Ahnen des Afghanfuchses und die des Fenneks vor etwa 3 bis 4,5 Millionen Jahren im PliozĂ€n,cite-ref-larivi-re-2002-7-0[7] wobei diese Trennung wahrscheinlich mit der Bildung von WĂŒstengebieten im Mittleren Osten und in Nordafrika einherging.cite-ref-geffen-1994-1-18[1] Die Ă€ltesten Fossilfunde des Fenneks stammen aus dem SpĂ€tpleistozĂ€n.cite-ref-larivi-re-2002-7-1[7]
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Afghanfuchses als Vulpes canus stammt von William Thomas Blanford aus dem Jahr 1877,cite-ref-geffen-et-al-2004-3-8[3] weshalb er auch unter dem englischen Namen âBlanfordâs Foxâ bekannt ist. Blanford ordnete ihn damit in die Gattung Vulpes ein. Die Erstbeschreibung erfolgte auf der Basis eines Individuums aus Belutschistancite-ref-blanford-1877-8-0[8] im heutigen Pakistan.cite-ref-geffen-1994-1-19[1] Der Artname âcanusâ wurde von Blanford aufgrund der grauen Farbe des Fuchses gewĂ€hlt,cite-ref-blanford-1877-8-1[8] da dies die lateinische Bezeichnung der Farbe Grau ist.
Der Afghanfuchs wird heute gemeinsam mit elf weiteren Arten in die Gattung Vulpes gestellt.cite-ref-wilson-reeder-2005-9-0[9] Auf der Basis von morphologischen und molekularbiologischen Daten wurde er von Binninda-Emonds und Kollegen 1999 als Schwesterart des Fennek (Vulpes zerda) eingeordnet. Gemeinsam bilden beide Arten die Schwestergruppe einer gröĂeren Klade, die die abgeleiteteren Arten der Gattung Vulpes versammelt.cite-ref-binninda-emonds-et-al-1999-6-1[6] Diese Position wurde auch von Lindblad-Toh et al. 2005 bestĂ€tigt, die eine umfassende phylogenetische Analyse der Hunde vornahmen.cite-ref-lindblad-toh-et-al-2005-10-0[10]
Neben der Nominatform werden keine Unterarten unterschieden.cite-ref-wilson-reeder-2005-9-1[9]
Bedrohung und Schutz
Die Jagd auf den Afghanfuchs und der Handel mit seinen Fellen wurden in frĂŒheren Jahren intensiv durchgefĂŒhrt; heute ist beides weitgehend auf Afghanistan beschrĂ€nkt.cite-ref-iucn-4-4[4] Verglichen mit anderen FĂŒchsen werden AfghanfĂŒchse jedoch seltener bejagt, und nur wenige Felle gelangen in den Handel. So wurden in den Jahren 1983 und 1985 bis 1986 keine Felle exportiert, fĂŒr 1980 und 1982 wird der Export mit sieben StĂŒck angegeben. 1981 wurden rund 30 Felle aus Afghanistan exportiert, fĂŒr 1984 liegt eine Exportzahl von 519 StĂŒck aus Kanada vor.cite-ref-geffen-1994-1-20[1] Der internationale Handel ist heute ĂŒber das Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen verboten, bei dem der Afghanfuchs im Anhang II gelistet ist.cite-ref-iucn-4-5[4] In einigen Gebieten des Verbreitungsgebietes kommt es zu Tötungen durch Giftköder, die fĂŒr andere Raubtiere wie HyĂ€nen oder Wölfe ausgelegt werden.cite-ref-iucn-4-6[4]
Die BestandsgröĂe des Afghanfuchses ist unklar, nur fĂŒr Israel existieren AbschĂ€tzungen fĂŒr Populationsdichten in einzelnen Regionen. So wird im Bereich von En Gedi eine Bestandsdichte von 2 Tieren pro Quadratkilometer und fĂŒr Eilat von 0,5 Tieren pro Quadratkilometer angenommen. In anderen Teilen des arabischen und zentralasiatischen Verbreitungsgebiets wird der Bestand als lokal stabil eingeschĂ€tzt.cite-ref-iucn-4-7[4] BestandsgefĂ€hrdende Bedrohungen fĂŒr die Art sind nicht vorhanden. Lokal kann es jedoch zu Bedrohungen durch LebensraumverĂ€nderungen und Siedlungen kommen, etwa in Israel im Bereich des Westjordanlandes und am Toten Meer sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.cite-ref-iucn-4-8[4]
Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) stuft die Art als ânicht gefĂ€hrdetâ (least concern) ein, da eine akute Bedrohung fĂŒr die BestĂ€nde nicht angenommen wird. Bis 2008 wurde sie dagegen aufgrund der fortschreitenden Verknappung ihres Lebensraums als âgefĂ€hrdetâ (vulnerable) eingestuft. Die Ănderung des Status wurde damit begrĂŒndet, dass der Afghanfuchs nach neuerer Erkenntnis ein vergleichsweise groĂes Verbreitungsgebiet hat und vor allem in den Bergregionen regional sehr hĂ€ufig vorkommt.cite-ref-iucn-4-9[4] In Israel ist der Afghanfuchs völlig geschĂŒtzt, und seine LebensrĂ€ume liegen weitgehend in Naturschutzgebieten. In Oman und Jordanien gilt ein Jagdverbot, in anderen Staaten gibt es hingegen keine Reglementierungen.cite-ref-iucn-4-10[4]
Belege
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cite-note-geffen-et-al-2004-33. â E. Geffen, R. Hefner and P. Wright: Blanfordâs fox - Vulpes cana Blanford, 1877. In: Claudio Sillero-Zubiri, Michael Hoffman, David W. MacDonald: Canids: Foxes, Wolves, Jackals and Dogs â 2004 Status Survey and Conservation Action Plan. IUCN/SSC Canid Specialist Group 2004, ISBN 2-8317-0786-2: S. 194â198 Online (Memento vom 23. April 2013 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB)
cite-note-iucn-44. â Vulpes cana in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: E. Geffen, R. Hefner, P. Wright, 2004. Abgerufen am 28. MĂ€rz 2013.
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cite-note-lindblad-toh-et-al-2005-1010. â Kerstin Lindblad-Toh et al.: Genome sequence, comparative analysis and haplotype structure of the domestic dog. Nature 438, Dezember 2005; Seite 803â819. (Abstract).
Literatur
âą Eli Geffen: Vulpes cana (Carnivora: Canidae). In: Mammalian Species. Band 462, 1994, S. 1â4 (Volltext [PDF; 525 kB]).
âą Claudio Sillero-Zubiri: Blanford's Fox Vulpes cana. In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona 2009; S. 445, ISBN 978-84-96553-49-1.
âą E. Geffen, R. Hefner and P. Wright: Blanfordâs fox - Vulpes cana Blanford, 1877. In: Claudio Sillero-Zubiri, Michael Hoffman, David W. MacDonald: Canids: Foxes, Wolves, Jackals and Dogs â 2004 Status Survey and Conservation Action Plan. IUCN/SSC Canid Specialist Group 2004, ISBN 2-8317-0786-2: S. 194â198 Online (Memento vom 23. April 2013 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB)
Weblinks
Commons
: Afghanfuchs
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Vulpes cana in der Roten Liste gefÀhrdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: E. Geffen, R. Hefner, P. Wright, 2004. Abgerufen am 28. MÀrz 2013.